Am alten Platz in neuem Glanz

Lebendiges Ambiente. Nach 45 Betriebsjahren war die Stadtapotheke in Feldkirchen nicht nur in Ehren ergraut, sondern auch schon ein wenig vergilbt. Mag. pharm. Gerhard Angerer, Sohn des Gründers Günther, nahm einen Totalumbau in Angriff – mit einem zeitgemäßen und „naturnahen“ Ergebnis. 

Text: Harald Sager

Die Karriere von Gerhard Angerer, dem „Stadtapotheker“ von Feldkirchen in Kärnten, verlief recht geradlinig: Sein Vater, Mag. pharm. Günther Angerer, hatte die Apotheke gemeinsam mit seiner Frau Gertraud, einer PKA, im Jahr 1980 eröffnet. Gerhard Angerer erinnert sich noch genau an den Tag: „Ich war damals acht Jahre alt, und in der Offizin standen meine Eltern mit einer einzigen Mitarbeiterin. Heute sind wir inklusive mir vierzehn Personen.“

Ursprünglich wollte Angerer in Wien Biologie studieren, er schwenkte aber bald auf Pharmazie um – und hat es nicht bereut. Nach dem Aspirantenjahr in der Trost-Apotheke in Favoriten sammelte er Berufserfahrung in einer Klagenfurter Apotheke, wo er auch seine spätere Ehefrau Jennifer kennenlernte. Als er 2012 die Stadtapotheke von seinem Vater übernahm, stieg seine Frau als PKA im Familienbetrieb ein. 

Regionalität trifft Nachhaltigkeit

In den letzten Jahren wurde ein Umbau des in die Jahre gekommenen Betriebs immer drängender: „Die Räumlichkeiten waren nicht mehr zeitgemäß und wurden zu eng, die Eichenfurniere vergilbten bereits – es musste etwas geschehen!“, sagt der Apotheker. Im Mai 2025 war es endlich so weit: Zunächst wurden die nötigste Einrichtung und Tausende Arzneimittelpackungen in einen Apotheken-Container auf dem Parkplatz hinter dem Apotheken- und Wohngebäude ausgelagert: „Wir haben zwar Plakatständer aufgestellt und Schilder angebracht – Umsatzeinbußen gab es aber trotzdem!“, so Gerhard Angerer.  Mit der Planung des Umbaus wurde Dipl.-Ing. Aron Wochner von der Firma Indoriors in Mondsee beauftragt – ein Innenarchitekt, der auf Apothekeneinrichtungen spezialisiert ist. Die Handwerksbetriebe stammten größtenteils aus der Region: „Regionalität, lokale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit durch kurze Anfahrtswege – das waren für uns die entscheidenden Faktoren“, so der Apotheker.

Naturnahe Wohlfühlatmosphäre

Das Ergebnis ist eine auf nunmehr knapp 300 Quadratmeter erweiterte Gesamtfläche samt eigenem Personalraum. Die Offizin verbreitet dank warmer Weißtöne und einer Green Wall mit lebenden Pflanzen eine angenehme, naturnahe Atmosphäre. In der Mitte des Raums prangt eine lebende entrindete Esche: „Die haben wir aus unserem Garten hierhergebracht, aufgrund des grassierenden Eschensterbens wird sie sicher ein längeres Leben haben als ihre Artgenossinnen im Freien“, meint der Apothekenleiter. 

Maschine oder Handarbeit? 

Der Baum in der Mitte des Raums mag unüblich sein, noch unüblicher ist jedoch, dass sich Gerhard Angerer bewusst gegen einen Kommissionierautomaten entschieden hat: „Aus preislichen Gründen und weil wir ja jetzt genug Platz zum Einräumen haben. Zudem kann ein Ladensystem auch nicht ausfallen“, erklärt der Apothekenchef: „Ausschlaggebend war für mich aber die Frage: Maschine oder Handarbeit? Und ich kam zu dem Schluss, dass mir eine Mitarbeiterin aus Fleisch und Blut lieber ist.“
Apropos Mitarbeiterinnen: Sie sind für den Apotheker, wie er sagt, das „goldene Kapital“: „Wenn sie sich in der Arbeit wohlfühlen, werden sie auch die Kundschaft zufriedenstellen.“ Eines von Angerers PKA-Lehrmädchen war übrigens so talentiert, dass sie im Landeslehrlingswettbewerb den ersten und auf Bundesebene den dritten Platz gewann. „Sie war dermaßen intelligent, dass sie auf die Uni gewechselt ist“, so der Pharmazeut.

Im Familienbetrieb Seite an Seite: Jennifer und Mag. pharm. Gerhard Angerer
Naturnah: die Green Wall mit lebenden Pflanzen

Nicht zu unterschätzen 

Im vergangenen Oktober waren die umfangreichen Bauarbeiten der Stadtapotheke übrigens endlich abgeschlossen. Das Innenleben wurde an einem Wochenende aus dem Container rückübersiedelt und mit einem Soft Opening mit Verkostungen, einer Charity-Aktion und kleinen Geschenken wieder aktiviert. Und Gerhard Angerers Resümee? „So eine Übersiedlung, so einen Umbau – das sollte man auf keinen Fall unterschätzen!“

STADTAPOTHEKE FELDKIRCHEN 

10.-Oktober-Straße 19, 9560 Feldkirchen

  • Beschäftigte: 13
  • Gesamtfläche: knapp 300 m²
  • Leitung: Mag. pharm. Gerhard Angerer
  • Leistungen von Herba Chemosan: AIT2-Software; der während des Umbaus genutzte Container war ebenfalls von Herba Chemosan. 

www.diestadtapotheke.at