NACHHALTIG. Mit einer umfassenden Sanierung der Firmenzentrale schlägt die Herba ein neues Kapitel in Sachen Umweltschutz und ökologischer Energieversorgung auf.
TEXT: STEPHAN WABL І FOTOS: BERNHARD WOLF
Stolz und erleichtert. So wirkt Martin Pecksteiner, als er auf die Photovoltaikanlage am Dach der Herba Chemosan-Zentrale in Wien-Simmering blickt. Im Hintergrund erinnern die Türme des Gasometers an die Energieversorgung vergangener Tage. Pecksteiners Augen haben aber die Zukunft im Blick: Dutzende Solarpaneele, die 20 Prozent des Strombedarfs der Zentrale decken werden. Sie sind das Herzstück der umfassenden Sanierung, für die Pecksteiner und Wolfgang Karlik verantwortlich waren. „Ein Jahr haben die Arbeiten gedauert. Für die thermische Sanierung wurden die Wände und Decken zusätzlich gedämmt. Lüftungsanlagen wurden modernisiert, die Photovoltaikanlage wurde erweitert und die Kühlung erneuert“, erzählt der 56-Jährige.
SANIERUNG FÜR DIE NÄCHSTEN JAHRZEHNTE
Fast drei Jahrzehnte ist der Fachmann für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik im Unternehmen. Seit drei Jahren arbeitet er in der Abteilung „Technik und Service“. Das Sanierungsprojekt sei für ihn eine Herausforderung gewesen. „Der Betrieb ist rund um die Uhr weitergelaufen, vor allem die Kühlkette durfte nicht unterbrochen werden“, beschreibt Pecksteiner den Umbau, macht sich vom Dach in Richtung Lagerhalle auf und öffnet die Tür zu einem der Kühlräume. „Hier muss die Temperatur konstant zwischen zwei und acht Grad bleiben. Für die Sanierung haben wir neue Kühlgeräte installiert und die alten stückweise abgeschaltet. Gleichzeitig musste die Auslieferung der Medikamente sicher ablaufen. Da braucht es viel Planung“, so der Projektleiter über den Sanierungsalltag. Nur dank der engagierten Mitarbeit aller – vom Betriebsdirektor über die Stationsverantwortlichen bis zu den Lagermitarbeitenden – konnte das Projekt ohne Zwischenfälle umgesetzt werden.
„Der Betrieb lief bei der Sanierung rund um die Uhr weiter. Vor allem die Kühlkette durfte nicht unterbrochen werden.“
Martin Pecksteiner
Die positiven Auswirkungen der Sanierung werden noch in Jahrzehnten zu spüren sein. Nachhaltigkeit und ökologische Energieversorgung sind fester Bestandteil der Herba Chemosan- Kultur. Seit dem Geschäftsjahr 2025 werden diese jährlich in einem Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert. Als Maßstab gelten die internationalen ESG-Kriterien. Die drei Bereiche Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) werden hierbei zusammen gedacht und umgesetzt. Die umfassende Sanierung trägt zu diesen Zielen bei. „Damit gehen wir einen weiteren großen Schritt beim Thema Nachhaltigkeit“, sagt Pecksteiner und fügt an: „Gleichzeitig erhöhen wir unseren Anteil an autarker und sicherer Stromversorgung. Das ist für unser Unternehmen besonders wichtig, da unser Vertriebssystem auch bei Stromausfall oder Blackout reibungslos funktionieren muss.“
100 PROZENT GRÜNER STROM
Erreicht werden diese Ziele unter anderem mit 100 Prozent erzeugtem und zugekauftem Grünstrom, thermischen Sanierungen und Elektrifizierung des Herba-Fuhrparks. Jährlich werden an mehreren Herba-Standorten bereits rund 1,8 Millionen kWh erneuerbarer Strom mit Photovoltaik-Anlagen erzeugt. Die neueste Anlage ist auf dem Dach des Lagers und wird nicht die letzte sein – weitere sollen folgen.
Am Weg aus dem Hauptgebäude bleibt Projektleiter Pecksteiner im Eingangsbereich stehen und begutachtet das 3-D-Modell der Firmenzentrale. „Dieses Projekt werden wir aber schneller realisieren können“, fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.
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