Cool bleiben – auch bei 30 Grad

TEMPERATURREGLER. Wie man gesund durch die Hitzetage kommt und wie Scharfmacher dabei helfen.

Text: Silke Ruprechtsberger | Foto: Louai Abdul Fattah Illustrationen: shutterstock.com / IFofito / Magician ART / ASolo / Midstream

Steigen die Temperaturen, gerät der Flüssigkeitshaushalt schnell ins Wanken. Besonders für Ältere, Kleinkinder und chronisch Kranke kann das gefährlich sein. „Das Wichtigste im Sommer ist und bleibt das Trinken“, betont Mag. pharm. Sophie Adelthaler, BSc, BSc. Schon ein Flüssigkeitsverlust von ein bis zwei Prozent des Körpergewichts könne „die Schweißrate reduzieren und die Körpertemperatur erhöhen“. Ideal sind Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Säfte. Bei starker Hitze oder körperlicher Belastung sei eine Ergänzung durch isotone Getränke sinnvoll: „Weil sie die gleiche Teilchenanzahl wie das Blut haben, werden sie rasch aufgenommen“, so die Diätologin, die zum Selber-Mixen rät: „ein Drittel Fruchtsaft, zwei Drittel Wasser, eine Prise Salz“.

Bei vielen stelle der Gusto automatisch auf Sommerbetrieb: „Fettarme, leichte Mahlzeiten und fermentierte Milchprodukte belasten den Stoffwechsel vergleichsweise wenig. Gurken, Tomaten, Melonen und Co. liefern die Flüssigkeit direkt mit“, sagt die Expertin.

KÖRPEREIGENE KLIMAANLAGE
Auch scharfes Essen sei günstig: „Das wirkt paradox, aber das etwa in Chili enthaltene Capsaicin fördert das Schwitzen – und das ist die effektivste Kühlung.“ Vorausgesetzt, man habe genug getrunken: „Nur so kann diese Klimaanlage arbeiten.“ Physiologisch wäre Warmes im Sommer günstiger, weil der Körper dann weniger Temperaturausgleich leisten muss. Nicht von ungefähr trinken Beduinen gerne heißen, gesüßten Tee. Heißt das,  aufs Eisschlecken sollte man lieber verzichten? „Da fragen Sie die Falsche – ich liebe Eis“, lacht Adelthaler. Und: „Es macht gute Stimmung, die ist schließlich auch förderlich für die Gesundheit.“

Gurkenkaltschale für heiße Tage
Zutaten:
1 Gurke, 1 kleine Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, ein paar Minzeblätter, 500 ml kalte Gemüsebrühe, 250 g Naturjoghurt (oder 250 g Sojajoghurt). Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Cayennepfeffer

Zubereitung:
Die Gurke waschen, schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Die Minze waschen, trocken tupfen und klein schneiden. Gurke, Zwiebel, Knoblauch und Minze mit der Brühe fein pürieren. Joghurt hinzufügen und alles erneut pürieren, bis eine gleichmäßige Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer und etwas Cayennepfeffer abschmecken.


Die Suppe abgedeckt etwa zwei Stunden kaltstellen. Durch ein Sieb streichen, um eine feine Textur zu erhalten, und mit Zitronensaft verfeinern. Vor dem Servieren nach Wunsch mit etwas Joghurt ergänzen und mit Zitronenzesten garnieren.

Tipp: Für eine schnelle To-go-Variante die Suppe in einen Thermobecher füllen, kurz vor dem Verzehr zusammen mit einem Eiswürfel kräftig schütteln.

In der SCS-Apotheke in Vösendorf, wo die Pharmazeutin angestellt ist, seien neben entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln „immer wieder mal“ Gelatinekapseln ein Thema: „Gut, dass die Industrie auch hier schon Alternativen entwickelt hat“, so Mitterschiffthaler.

Mag. pharm. Sophie Mitterschiffthaler BSc, BSc ist Apothekerin und Diätologin.