3 Fragen an … Mag. pharm. Viktoria Gamsjäger, Apothekerin mit „Hang zum Podcasten“
Text: Silke Ruprechtsberger | Foto: Viktoria Gamsjäger
Sie arbeitet in der Apotheke Jedlesee in Wien Floridsdorf und hält regelmäßig Vorträge zu Themen wie Impfberatung. Besonders am Herzen liegt ihr eine leitliniengerechte und praxisnahe Informationsvermittlung. Seit März 2023 gestaltet sie für das FORUM!pharmazie Podcasts rund um Tara-relevante Inhalte und erreicht damit Kolleg*innen in ganz Österreich.
Wie sind Sie selbst zum Podcasten gekommen?
Das war Zufall: Eine Kollegin war verhindert und fragte mich, ob ich einspringen könne. Obwohl ich keinerlei Erfahrung hatte, wollte ich es unbedingt ausprobieren. Mit dem Mikrofon meines Mannes und der Unterstützung eines Tontechnikers nahm ich die erste Folge auf – und merkte sofort, wie viel Freude mir das macht. Heute ist Podcasting ein Teil meines Jobs als Multimedia-Redakteurin bei „TARA24“.
Welchen Nutzen können selbst produzierte Podcasts für Apotheken haben?
Man erreicht Menschen auf eine sehr direkte und persönliche Weise. Die Apotheke wird als Ort der Wissensvermittlung sichtbar, die Kompetenz der Apothekerinnen und Apotheker kommt zum Vorschein. Gleichzeitig entsteht Nähe zum Publikum: Die Apotheken erhalten wertvolles Feedback. Und selbst lernt man ständig Neues dazu. Das macht Spaß und motiviert ungemein.
Was sollten Apotheken beachten, wenn sie selbst podcasten möchten?
Wichtig ist, zu wissen, für wen man spricht: Laien oder Fachpersonal. Ebenso entscheidend ist die Frage nach dem Format – Wissenspodcast, Interview oder etwas Humorvolles? Eine Länge von rund 30 Minuten ist ideal. Und: Die eigene Stimme wirkt anfangs ungewohnt, Atem- und Sprechtraining helfen. Am Ende zählt, dass man einfach beginnt und Erfahrungen sammelt.
Aufwand & Tools
Planung: Für Wissenspodcasts auf Basis einer wissenschaftlichen Recherche ein Skript vorbereiten. Alternativ kann man frei nach Stichpunkten sprechen. Für Interviews fundierte Fragen vorbereiten – selber dann nicht zu viel reden!
Technik: Laptop, Kopfhörer, Mikro (rund 100 Euro), ruhiger Raum sind Pflicht. Schnitt mit Gratis-Software wie Audacity oder QuickTime möglich, Profistudios bieten Unterstützung durch Tontechniker*innen.
Zeit: Ein Wissenspodcast erfordert inklusive Recherche, Skript, Aufnahme und Schnitt rund 20 Stunden, Interviews variieren.
Plattformen: Upload gratis via Spotify for Podcasters. Für eine automatische Verteilung auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube & Co. ist ein kostenpflichtiger Hosting-Service nötig.